Gemeinsam zeigen wir der Regierung, dass wir uns nicht in den Krieg schicken lassen. Immer wieder wurde uns gezeigt, dass unsere Politik nicht auf junge Menschen ausgerichtet ist. Ob durch nicht vorhandene Klimapolitik, einem Bildungssystem, das auf Privilegien baut, oder die nicht zu erwartende Rente. Dieser Staat kümmert sich nicht um unsere Zukunft und lässt uns direkt in die Katastrophen rasen.
Doch jetzt sollen wir herhalten, um uns zur Verfügung zu stellen. Auf einmal sollen wir wirklich alles, auch unser Leben, geben. Dabei machen wir nicht mit! Wir sind nicht bereit, uns gegen andere Menschen zu wenden und mit Waffen auf sie zu schießen. Wir sind nicht bereit, unser Recht Nein zum Krieg zu sagen aufzugeben.
Damit sind wir nicht die Ersten. In der Vergangenheit haben immer wieder Menschen den Kriegs- und Wehrdienst verweigert. Ob im Mittelalter die Mennoniten und Quäker oder in der frühen Neuzeit die Hutterer. Ihre moralischen Bedenken ließen es nicht zu, dass sie Andere töteten und sich mit Waffen verteidigten. Obwohl sie für ihre Überzeugung massiv verfolgt und vertrieben wurden, blieben sie ihrem Gewissen treu. Diese Konsequenz zahlte sich aus. Denn im Laufe der Zeit wurden Teile von ihnen vom Dienst freigesprochen. Zwar mussten sie Kompromisse akzeptieren und mussten u.a. extra Abgaben zahlen, aber sie konnten sich darauf verlassen, nicht zu kämpfen.
Auch wir berufen uns heute auf unseren moralischen Kompass und das Wissen, dass Kriege keine Konflikte lösen.
Dabei ist das Mittel der Verweigerung bereits bekannt. In den Geschichtsbüchern, aber auch in unserem Grundgesetz taucht es auf. Paragraf 12a Absatz 2 des Grundgesetzes stellt sicher, dass aus Gewissensgründen die Wehrpflicht verweigert werden kann. Verweigern war und ist also ein funktionierendes Mittel.
Wie viel politische Wirksamkeit die Verweigerung des Kriegsdienste hat, wurde auch im 19. Jahrhundert klar. Hier verbanden sind die Friedens- und Arbeiter*innenbewegung und diskutierte darüber, gemeinsam zu verweigern und zu Streiks aufzurufen. Auch sie formten so an unserem heutigen Recht mit.
Deswegen lasst uns der Regierung zeigen, dass wir gemeinsam verweigern werden.